Hans Ebert
Herr Hans Ebert, 1959 in Tauberschallbach bei Feuchtwangen geboren, hat nach seinem Schulbesuch eine kaufmännische Ausbildung absolviert. Er war danach viele Jahre in der Verwaltung eines Feuchtwanger Bauunternehmens tätig, zuletzt in der Personalabteilung.
Ein besonderes Interesse an der Heimat- und Familiengeschichte besteht schon seit seiner frühesten Jugend. Mitte der 1980er Jahre begann er mit der systematischen Erforschung seiner Vorfahren, die vor allem im Raum Feuchtwangen ansässig waren. Schnell merkte er, dass die Kirchenbücher der großen Heimatpfarrei nur teilweise erschlossen waren, da eine begonnene Verzettelung aus den 1930er Jahren nur einen Teil der Bücher umfasste. Auch Register waren nur ab 1710 vorhanden.
Um die intensive Nutzung der Kirchenbücher zu ermöglichen, entschloss sich Herr Ebert in den 1990er Jahren, eine vollständige Datenerfassung durchzuführen. Basis waren zunächst die Mikrofichekopien aus dem Landeskirchlichen Archiv Nürnberg, die im Stadtarchiv Feuchtwangen zugänglich waren. Erst ab 2015 konnten die Digitalisate im Online-Portal Archion genutzt werden.
Die systematische Erfassung mit Hilfe von EDV-Programmen begann Herr Ebert 2006 mit der Pfarrei Feuchtwangen. Es folgten zahlreiche weitere Pfarreien (Breitenau, Dentlein, Dombühl, Dorfgütingen, Kloster Sulz, Larrieden, Mosbach, Oberampfrach, Unterampfrach, Wieseth, Wildenholz und Wörnitz). So konnte die Nutzung der Kirchenbücher des großräumigen Dekanats Feuchtwangen für die Familienforschung bis 2016 ganz erheblich erleichtert werden.
Danach begann Herr Ebert mit der Erfassung von Nachbarpfarreien aus den umliegenden Dekanaten. Bislang bearbeitet sind die Pfarreien Buch am Wald, Gastenfelden, Neunkirchen und Weißenkirchberg (Dekanat Leutershausen), Burk (Dekanat Ansbach) sowie Erzberg und Wörnitz (Dekanat Rothenburg ob der Tauber). Begonnen wurde mit den Pfarreien Leutershausen und Königshofen.
Insgesamt konnte der Bearbeiter bisher weit über 340.000 Kirchenbucheinträge in alphabetischen Listen bereitstellen. 134.600 Einträge sind zudem mit vollständig transkribierten Texten erfasst – für die Familienforschung ein wichtiger Zusatznutzen. Durch die in Archion neu zur Verfügung gestellten Kirchenbücher konnte er die Erfassung in den letzten Jahren bis zum Jahr 1900 erweitern.
Besondere Erwähnung verdient die Bereitstellung der erfassten Daten für die interessierte Öffentlichkeit. Seit 2000 werden alle Dateien über die Webseite der Arbeitsgemeinschaft für Heimatgeschichte Feuchtwangen zugänglich gemacht. Hans Ebert ist seit Herbst 1984, dem Gründungsjahr, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft, betreut deren Webseite und ist für alle Inhalte zuständig. Auch der Gesellschaft für Familienforschung in Franken, deren Mitglied er bereits seit 1980 ist, hat er seine Daten zur Verfügung gestellt. Er nimmt überdies seit vielen Jahren am Datenvergleichsprojekt der GFF teil.
Mit seinem immensen Fleiß und seiner Beharrlichkeit hat Herr Ebert die fränkische Familiengeschichts- und Heimatgeschichtsforschung enorm gefördert. Er hat die Arbeit zahlreicher anderer Forscher dadurch nicht nur erleichtert, sondern sie oft sogar erst ermöglicht.
(2025 geehrt als „Verdienter Genealoge“ auf Vorschlag der Gesellschaft für Familienforschung in Franken e.V. )