Jörg Keyßner
Fast jeder genealogische Verein lebt von den Aktivitäten Weniger. Gerade die Vorstandsarbeit, welche mit unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit verbunden ist, schrecken viele Mitglieder ab. Solche Aktivposten zu finden, die sich auf Jahre einer Aufgabe mit vollem Einsatz verschreiben, ist schwer!
Jörg Keyßner aus Hayn bei Erfurt trat 2013 der AGT bei und wurde recht schnell vom Elan mitgerissen, der sich in jenen Jahren innerhalb des Vereins entwickelte. Bereits zum Genealogentag 2015 brachte er sich an vielen Stellen ein und stellte sein Heim für das Bepacken der Tagungsbeutel zur Verfügung. Als im selben Jahr die Stelle des Schriftleiters unseres Mitteilungsblattes frei wurde, bot er sich an, da er zum einen die Notwendigkeit und zum andern das Potential unser Schrift erkannte. Bei einer Forschungsreise in das Stadtarchiv Meiningen entdeckte er eine Sammlung von mehreren tausend Ahnentafeln, welche Johann Veit Sell im 18. Jahrhundert erstellte. Diese 10.000den Daten zu digitalisieren und zu erfassen, war allein eine zeitintensive Aufgabe. Mit der Übernahme des Schriftleiterpostens bot sich ihm nun die Möglichkeit, die Ergebnisse unseren Mitgliedern zur Verfügung zu stellen. So wuchs das Heft, welches vorher teilweise nur 4 Seiten umfasste, sprunghaft auf 80, 120 bis zu 190 Seiten an und wurde zu einer über den Verein hinaus beachteten Schriftenreihe. Die Pflege dieses Blattes von Einwerbung spannender Beiträge, Lektorat, Formatierung, Nachbearbeitung und Versendung nimmt viele Stunden ein und kann kaum genügend gewertschätzt werden.
Da er nun einmal im schriftlichen Kern des Vereins angekommen war, kam er um seine Aufgabe beim Genealogentag 2019 in Gotha nicht herum, wobei ihm die Erstellung des Tagungsführers zufiel. Mit viel Nachdruck warb er alle notwendige Texte, Bilder, Anzeigen und Rahmeninformationen ein, was ein großes Maß an Geduld bedurfte, wie jeder weiß, der sich schon einmal dieser Aufgaben stellte.
Überdies übernahm er noch die Leitung der Regionalgruppe Erfurt-Arnstadt, welche er bis 2024 innehatte. Anfragen, regelmäßige Treffen und die Organisation eines Lokals sind in heutigen Zeiten eine Herausforderung.
Im Jahr 2022 wurde den Mitgliedern der AGT ein neues Projekt vorgeschlagen, welches sich um die Digitalisierung und Zugänglichmachung von Visitationsprotollen drehte, die sich als eine ungemein nützliche Quelle herausstellten. Da er bereits viele Digitalisierungsstunden mit Archivgut der AGT zugebracht hatte, willigte er ein, sich die Sache einmal anzuschauen. Was folgte daraus? Natürlich, eine neue Position als Zugpferd. Er koordiniert die hilfswilligen Mitglieder, weist sie im Staatsarchiv Gotha in die Arbeit mit dem Scanner ein, verteilt die Aufnahmen an entfernt wohnende Teilnehmer und prüft die Ergebnisse der geleisteten Arbeit.
(2025 geehrt als „Verdienter Genealoge“ auf Vorschlag der Arbeitsgemeinschaft Genealogie Thüringen e. V. (AGT)